Sauberes Msumarini

Fliessendes Wasser, Abfall- und Abwasserentsorgung sowie sanitäre Anlagen fehlen in Kenia weitgehend

Auf den Wegen, in den Strassengräben, hinter den Hütten häuft sich der Abfall von Haushaltsmüll, Unrat, Elektroschrott und Fäkalien

Man sieht Kinder und Erwachsene, die im Müll nach Wiederverwertbarem suchen

Der Abfall wird dann sortiert und für ein geringes Entgelt an Recycling Unternehmen für Plastik und Metall, Glasfabriken oder an kleine Händler weiterverkauft

Der Restabfall wird durch Schwelbrände reduziert

Der beissende Rauch hält sich tagelang und ist manchmal durch die Hitze kaum zu ertragen

 

Unser Ziel ist es, dass Msumarini das sauberste Dorf an der Küste Kenyas ist
Nicht nur die Menschen leiden dort unter dem Müll durch Krankheiten, Infektionen und Ungeziefer, auch Ziegen und Kühe sind davon betroffen
Die Tiere fressen die Plastiktüten, in denen vorher Lebensmittel eingekauft wurden
Das Plastik kann im Verdauungstrakt nicht verdaut werden und bleibt dort hängen, verursacht Schmerzen und die Tiere sterben qualvoll daran

 

Nur auf sauberem Grund können Menschen, Tiere, Früchte und Gemüse gedeihen und das Grundwasser bleibt sauber
Ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt und unseren vorhanden Ressourcen sind somit zentrale Themen im Schulunterricht unserer eigenen DorfschuleWachsen die Kinder in einem sauberen Dorf auf, dann wird die korrekte Müllentsorgung und –trennung irgendwann selbstverständlich und automatisch weitergegeben
Die Säuberungsaktionen finden nun seit Februar jeden Sonntag in Msumarini statt
Aller Müll auf den Wegen und anliegenden Grundstücken werden in Teilstücken vom *Green CleaningTeam* eingesammelt und in einer tiefen Müllgrube verbrannt

Auch die Säuberung des Strandes von Msumarini ist schon mit den Kindern geplant
Nun sind wir auf der Suche nach Recyclingfirmen in der Umgebung
Dann können wir den Müll künftig entsprechend trennen und zur Recyclingverarbeitung weitergeben
Dafür wird es dann auch in Msumarini spezielle Mülltonnen geben, in dem man den Müll schon selbst vorsortieren kann
Natürlich ist es besser, Müll zu vermeiden....
Wir sehen ja schon bei uns in Europa, wie schwierig es ist, dies in das Bewusstsein der Menschen zu bringen
So braucht es auch  in Msumarini viel Zeit und Geduld...nur durch das stetige Vorleben und mit bestem Beispiel vorangehen kann eine Veränderung erfolgen

MÜLLTRENNUNG

 

Momentan kommt der  Müllsammler alle 3 Monate bei uns vorbei

Es ist schon alles für ihn vorsortiert und er freut sich immer wieder, wenn er sein Fahrrad gleich damit beladen kann

Fundi ist Suaheli und bedeutet Handwerker

Unser Fundi Electronic ist ein wahrer Meister der Technik

Er repariert alle unsere elektronische Geräte, bringt Uhren und Handys wieder auf Vordermann, bastelt aus 2 defekten Geräten ein Neues und 

sammelt jedes kleinste Elektroteil zur Wiederverwertung

BATTERIEN UND KEROSIN

 

Batterien sind ein grosses Problem in Kenia

Eine entsprechende Entsorgung dafür gibt es nicht, jedoch nimmt der Verbrauch an Haushaltsbatterien jedes Jahr stetig zu

Das Angebot an batteriebetriebenen Geräten wird immer grösser, da Strom für viele unerschwinglich ist

In Nakuru (nordwestlich von Nairobi) werden die meisten Batterien für den ostafrikanischen Markt produziert

Seit einiger Zeit werden diese aber durch Billig-Batterien aus China verdrängt.

Diese Batterien enthalten hohe Quecksilbermengen, die die von Kenia geforderten technischen Standards kaum erfüllen. So gelangen sie auf illegalen und korrupten Wege ins Land

 

Bereits ab 18.30 Uhr ist es in Kenia dunkel

Viele Menschen dort müssen dann ohne Licht auskommen, da der Anschluss ans Stromnetz sehr teuer ist

Es werden dann Kerosinlampen eingesetzt, die jedoch sehr gefährlich sind. Sie entwickeln gesundheits- und umweltschädliche Dämpfe, die schwere Lungen- und Augenerkrankungen verursachen, insbesondere bei Kindern

Ausserdem ist der Brennstoff Kerosin schnell entflammbar und hat schon zu vielen Unfällen mit schwersten Verbrennungen geführt

 

Wir versuchen, Schritt für Schritt an diese Problematik heranzugehen und haben mit unserem Solarprojekt schon einen Teil geschafft

So werden wir unser Solarprogramm mit mobilen Solarladestationen und Solarlampen ergänzen und ausbauen

Eine Aufladestation für Handys steht den Dorfbewohnern bereits zur Verfügung

WASSERAUFBEREITUNG

 

Leider kann man das Wasser in Kenia nicht unbedenklich trinken, da es mit Krankheitskeimen versetzt ist

Um nicht jedes Mal das Wasser in den Solarkochern abkochen zu müssen, wird das Wasser nach der SODIS-Methode in grosse, weisse und durchsichtige PET- oder Glas Flaschen abgefüllt und für  mindestens 6 Stunden in die Sonne gelegt, bei bewölkten Tagen sind mindestens 2 Tage erforderlich

Die im Sonnenlicht enthaltenen UV-A Strahlen sind keimtötend für Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Parasiten etc.                                                                Dadurch haben sich die Durchfall-Erkrankungen erheblich reduziert