MSUMARINI/KENYA AKTUELL

 

Hier ein Zwischenbericht über die aktuelle Lage in Msumarini/Kenya:
Die Corona Krise ist auch in Kenya.
Seit Mitte März sind die Grenzen von und nach Kenya nicht mehr passierbar.
Alle Schulen sind geschlossen, Hochzeiten, Beerdigungen und sonstige Veranstaltungen sind untersagt, alle Restaurants, Bars, Hotels sowie alle Läden für den nicht täglichen Bedarf dürfen nicht betrieben werden.
Es herrscht ein Ausgehverbot von abens 19.00 Uhr bis morgens 6.00 Uhr
Verstösse werden mit körperlicher Strafe, horrenden Strafgelder und Gefängnis geahndet.
Lediglich die Lebensmittelläden haben geöffnet.
 
Auch dort haben die Menschen grosse Angst, wie alles weitergeht.
Sie haben keine Rücklagen, kein Sozialfond, keine Krankenkassen, die all diese Einschränkungen und Massnahmen wenigstens etwas abfedern.
Durch das Corona-Virus fallen bei vielen die Gelegenheitsjobs und Taglohnarbeiten weg, mit denen sie sich normalerweise über Wasser halten.
Während wir hier ausreichend an Lebensmittel und allen Gütern des täglichen Lebens versorgt sind, spitzt sich dort der tägliche Kampf ums Überleben zu.
Es werden mehr Menschen an Hunger und Armut sterben als durch das Virus selbst. 
Alle unsere Projekte in Msumarini/Kenya sind soweit heruntergefahren.
Wir haben einen Notfallplan erstellt.
Unsere Mitarbeiter sind bis auf weiteres beurlaubt, erhalten aber Verpflegung und Unterkunft zur freien Verfügung.
Wir konzentrieren uns nun ganz auf die Lebensmittelversorgung vor Ort, denn Versorgungsengpässe und Lebensmittelknappheit sind an der Tagesordnung. Die Lebensmittelpreise sowie Produkte des täglichen Bedarfs wie Seife etc. sind angestiegen und werden noch weiter anwachsen. Das alles verstärkt den Hunger und die Armut nur noch mehr.
Für unseren Lebensmittelladen haben wir sackweise Maismehl, Reis, Bohnen, getrocknetem Fisch, weitere haltbare Lebensmittel sowie Hygienieprodukte eingekauft, um die Grundversorung im Dorf zu gewährleisten.
Hamsterkäufe wie hier bei uns bleiben da aus, da viele kenianische Menschen vom Hand in den Mund leben.

 

Sämtliche verfügbaren Felder wurden gerodet, geharkt und mit schnellwachsendem Michicha (Spinat),Okraschoten und Sukumawiki ( Kohl) ausgesät.
So können wir die Versorgungslage mit frischem Gemüse abdecken.
Die Bananenstauden und Papayas sind erntereif.
Unser Solarkocher sind im Dauereinsatz, um Brötchen und Kuchen zu backen.
Durch den Bau unserer beiden Brunnen ist auch die Wasserversorgung gewährleistet.
Mit unserem Nähteam versorgen wir die umliegenden Hospitäler und die Bevölkerung mit waschbaren und wieder verwendenbaren Schutzmasken.
Das Leben geht weiter...sei es hier und auch in Kenya.
Seien wir alle zuversichtlich und machen das Beste aus der aktuellen Lage.
 
Überall ist ja ein Mangel an Schutzmasken. Gerade im Pflegebereich, Krankenhäusern, Ärztepraxen etc. sind diese dringend für die medizinischen Fachkräfte und auch für die Patienten notwendig.
Auch unsere älteren Nachbarn in unserem Umfeld brauchen dieses Hilfsmittel, da sie ja zu den Risikogruppen gehören. Dazu gehören auch Zusteller, Verkaufspersonal und alle, die unsere Versorgung gewährleisten.
Für alle die gerne nähen, ihre Baumwoll-Stoffreste und ausrangierte Baumwoll-Handtücher aufbrauchen und ihren Beitrag in dieser Krise leisten wollen:
Hier eine Anleitung mit Muster (s. Anhang) zum Nähen von Mund-und Atemmasken
 
Nach der Krise kann unser kleines Hospital in Msumarini selbstgenähte Schutzmasken wie auch selbstgenähte Slipeinlagen für die Frauen und Mädchen
immer wieder gut gebrauchen.
 
Gerade in einer solchen Krise zeigt sich in unserm Selbsthilfeprojekt Msumarini immer mehr, wie die Eigenversorgung der Bevölkerung wichtig ist.
Soweit das Kontaktverbot es zulässt, besuchen wir Familien, um sie über Hygiene und Selbstversorgung aufzuklären und sie hilfreich zu unterstützen.
Wer uns dabei mit dem Kauf von Lebensmittel, Saatgut, Material etc.  unterstützen möchte, kann dies über unser Vereinskonto tun:
Moyo Wangu Kenya e.V.
Sparkasse MGL Weil am Rhein
IBAN:       DE16683518650107808420
BIC:         SOLADES1MGL
Vermerk:   Spende/Unterstützung/Fördergelder für.....
Name:
Jeder von uns ist in einer Art und Weise von dieser Krise betroffen und auch wenn es aussieht, dass die Welt den Atem anhält, sollten wir die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht verlieren.
Bleiben Sie zuHause, seien Sie achtsam und bleiben Sie vor allem gesund.
Nur gemeinsam werden wir diese Herausforderung meistern.
Ihre Andrea Wikmann

 

 

VISAGEBÜHREN

Neben dem Elektronischen Visa kann nach wie vor mit dem *Visa on arrival* eingereist werden.

Die Visagebühren betragen: 40 Euro/50 Us-Dollar pro Person.

Bitte bei der Einreise das Geld passend bereit halten, da es meistens kein Wechselgeld gibt.

 

EINREISEFORMULARE

Für die Einreise werden folgende Formulare benötigt:

 

- Visaformular grosses weisses Blatt Form 22

   http://www.kenya.de/pics/visa_form_int.jpg

 

- Einreisekarte blaues/gelbes kleines Format Form 47

 

- Zollerklärung Form F88

  https://www.kra.go.ke/images/Customs/Passenger-Declaration-Form-F88--Amended-25042018.pdf

 

Fluggesellschaften wie Condor, Türkish Airlines, KLM verteilen diese Formulare während des Fluges.

 

PLASTIKTÜTEN-VERBOT

Seit 2019 hat die kenianische Regierung ein totales Verbot für Plastiktüten erlassen.

Plastiktüten dürfen daher auch nicht mehr ins Land eingeführt werden.

 

Ebola

Der Ausbruch von Ebola konzentriert sich auf die Länder Sierra Leone, Guinea und Liberia.

Seit Mitte August 2014 hat Kenya Airways sämtliche Flüge in diese Länder eingestellt.

Einreisende wurden bisher auf den internationalen Flughäfen Kenias immer auf Ebola *untersucht*.

Sie wurden von einem Gesundheitsofficer mit einem Scanner gecheckt und ein spezielles Formular über Krankheitssymptome musste ausgefüllt werden. Seit November 2015 ist das nicht mehr nötig.

 

 

Alkoholverbot

Im Jahr 2010 hat die kenianische Regierung ein Gesetz zum Ausschank von alkoholischen Getränken erlassen

Es wurde darin festgelegt, das Alkohol nur in der Zeit von 17-23 Uhr ausgeschenkt und konsumiert werden darf. Bei Missachtung des Gesetzes hat der Konsument eine hohe Strafe zu bezahlen und auch der Besitzer des Restaurants etc. wird erheblich belangt.

Das Gesetz wurde zwar in der Weihnachtszeit vorübergehend ausser Kraft gesetzt, jedoch ist es seit Januar 2011 wieder aktuell. Es ist meist von der Willkür der Ordnungsbeamten abhängig.

 

Essen in Kenia

Hühnerfleisch ist in Kenia ein günstige Alternative zu Ziegenfleisch oder dem teueren Rindfleisch.

Es wird in vielen Restaurants in verschiedenen Variationen angeboten...mal gekocht, gegrillt, als Curry oder einfach nur gebraten.

Huhn heisst auf Swahili: Kuku. Mann kann Kuku nuzu, also ein halbes Huhn, als Quarter oder gleich im ganzen bestellen.

 

Ugali ist der traditionelle Maisbrei, der meist mit Bohnen, Gemüse, Huhn oder Fisch gegessen wird.

Er ist stichfest und wird mit den Fingern etwas geknetet, bevor man ihn in die jeweiligen Beigaben taucht und dann isst.

 

Fisch wird meist gegrillt oder gekocht angeboten. Ab und an trifft man auch Fischer am Strand, die ihren *Catch of the day* anbieten. Oktopuss ist auch sehr beliebt, getrocknete Sardinenfische oder Trockenfisch ergänzen das oft einfache Mahl.

 

Obst und Gemüse erhält man überall an den kleinen StrassenVerkaufständen.

Bitte das Obst und Gemüse immer geschält verzehren.

 

Wasser bitte immer im abgekochten Zustand anwenden. Beim Kauf von abgepackten Wasser auf die verschlossene Original-Versiegelung achten.

 

Um Magen/Darmverstimmungen zu vermeiden, sollte man alles frittierte Speisen sowie kalte Getränke meiden.

Bei länger anhaltendem Unwohlsein bitte immer einen Arzt aufsuchen.

 

In den Abendstunden helfen hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel gegen Moskitos und andere Insekten.

 

Impfungen in Kenia

 

http://www.tropenmedizin.de/vorsorge.htm

 

Kenianische Regierung

Im August 2017 wurde Uhuru Kenyatta erneut zum Präsidenten von Kenya mit 54,3% der Stimmen gewählt.

Seine Wahl wurde von der Opposition unter Raila Odinga wegen Wahlbetruges angefochten und im November 2017 nochmals wiederholt. Er wurde in seinem Amt bestätigt.

Uhuru Kenyatta ist der Sohn des 1. Staatspräsidenten Jomo Kenyattas und zählt zu den reichsten Familien des Landes. Er und seine Minister entziehen sich immer wieder den Vorladungen vor dem Gerichtshof in Den Haag, wo sie sich wegen Verletzung der Menschenrechte verantworten müssen.

 

 

Memorials/Beerdigungen

Beerdigungen und Memorials haben in Kenia einen hohen Stellenwert.

Die Memorials finden in der Regel ca. 1/2 Jahr bis 1 Jahr später nach dem Tod eines Familienangehörigen statt.

Die Feierlichkeiten dazu dauern 3-5 Tage und werden mit viel Musik, Tanz, Essen und Trinken begangen.

Diese Anlässe sind auch immer sehr gut besucht, da den Gästen von nah und fern, ob verwandt, bekannt oder nicht bekannt, das traditionelle Reisgericht Pilau als Willkommensgeschenk offeriert wird.

Bis zu 2000 Personen wurden dort schon gezählt.