MSUMARINI/KENYA AKTUELL

Hier ein Zwischenbericht über die aktuelle Lage in Msumarini/Kenya:

 

Im März 2020 traf auch uns in Msumarini/Kenya der weltweite Lockdown.
Alle unsere Pläne und Ideen für unsere Projekte waren mit einem Mal zunichte. Wir mussten alle unsere Projekte bis auf den Lebensmittelladen und unserer Zahlungsstation schliessen.
Als 1. Hilfemassnahmen haben wir alle unsere verfügbaren Felder gerodet, umgeharkt und mit schnellwachsendem Gemüse wie Michicha (Spinat), Okraschoten und Sukumawiki (Kohlart) angesät.
Unser Lebensmittelladen wurde säckeweise mit Maismehl, Reis, Bohnen, getrocknetem Fisch und weiteren haltbaren Lebensmittel gefüllt, um wenigstens die Grundversorgung im Dorf aufrecht zu erhalten.

Seit Anfang April 2020 arbeiten wir mit einem reduzierten Mitarbeiterstab, um die Projekte im Hintergrund weiterhin aktiv zu halten.
Wir sind und waren die einzigen im Umkreis, die überhaupt noch Mitarbeiter beschäftigt haben und die in Zwangsurlaub geschickten Mitarbeiter mit einem Essengeld unterstützten.
Unser Verein *Moyo Wangu Kenya e.V.* trägt seit Beginn des Lockdowns alle anfallenden Löhne, Instand- und Unterhaltungskosten der Projekte. Das ist eine erhebliche finanzielle Belastung für den Verein.

Sehr am Herzen lagen uns unsere Schulkinder, welche alle aus erbärmlichen Verhältnissen stammen. Ihre Eltern bzw. Familien konnten kaum das Geld für Lebensmittel aufbringen.
Wir haben diese Familien dann mit einem Notfallpaket aus Maismehl, Bohnen, Saatgut, Seifen und Masken versorgt.
Soweit die Ausgangsbeschränkungen es zu liessen, besuchten wir die Familien regelmässig und schulten sie im eigenen Anbau von Gemüse auf kleinstem Raum. Und wie schön...die ersten Familien konnten schon ihr eigenes Gemüse ernten.

Bei unseren eingeschulten Kindern sind wir immer noch im Ungewissen, wie die kenianische Regierung es mit den bereits bezahlten Schulgebühren und dem künftigen Schulbetrieb handhaben wird.

Die Lage in Msumarini/Kenya selbst hat sich zum Ende dieses Jahres nur geringfügig entschärft. Nach wievor bestehen  immer noch Ausgangsbeschränkungen und strikte Corona Regeln, die das Alltagsleben der Menschen dort stark beeinflussen.
Viele Gelegenheitsjobs und Tagelohnarbeiten sind weggebrochen, mit denen sich zahlreiche Familien ihren Lebensunterhalt verdient haben. Dadurch haben sich Hunger und Armut nur verstärkt und daran sterben immer noch mehr Menschen als an dem Virus selbst.

Auch unsere zurückgefahrenen Projekte sind teilweise noch immer blockiert.
So ist es uns weiterhin nicht möglich, unsere Begegnungsstätte Sun*N*Shine sowie unser kleines Cafe in Msumarini zu betreiben. Alleine die coronabedingten Sicherheitsauflagen der kenianischen Regierung belaufen sich monatlich auf über 1000 Euro. Die Ausgaben stehen daher in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Einnahmen.

Wir verzichteten deshalb auch auf unser traditionelles Weihnachts- und Sylvesterfest in Msumarini, dass sonst immer mit viel Musik und Tanz gefeiert wurde. Das schmerzt uns besonders, weil diese Feierlichkeiten immer ein Highlight für viele Menschen von nah und fern sind.

Deshalb liegen unsere Prioritäten weiterhin und verstärkt auf einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung im Dorf.
Die Corona Krise hat wieder einmal mehr gezeigt, wie wichtig ist es, die Eigenversorgung und die Eigenverantwortung der Menschen dort zu fördern und zu stärken. Es ist der einzige Weg, sich selbst aus der ewigen Spirale aus Hunger und Armut zu befreien.

Inzwischen konnten wir eine weitere grosse Ackerfläche pachten, welche wir mit Spinat, Zucchini, Kürbis, Auberginen, Kohl und Spinat bepflanzt haben. Das Gemüse ist bereits wieder erntereif und unsere Hühner sind eifrig am Eierlegen.
Auch die einheimischen Fischer dürfen wieder ihrer Arbeit nachgehen und uns mit frischem Fisch beliefern.
Das ansonsten sehr karge Nahrungsmittelangebot wird durch diese nährstoffreichen Lebensmittel den Speiseplan der Menschen in Msumarini erheblich aufgewertet.

Weiterhin haben wir eine kleine Lieferkette aufgebaut, die kleine Shops in und um Msumarini mit unserem Gemüse, Hühnern und Fischen beliefern. Das ersetzt lange Anfahrtswege zu den Grossmärkten und garantiert immer ein frisches und regionales Angebot.

Unsere Schreinerei ist mit dem Bau von Solarkochern, Solartrockneren und Inkubatoren für die Hühnerzucht beschäftigt. Wir konnten die Zeit auch nutzen, Möbel, Fenster und Türen auf Vorrat zu produzieren.

Im Januar 2021 beginnt der offizielle Schulbetrieb für alle Schulklassen wieder und unsere beiden Schneidereien bereiten sich nun auf das Nähen und das Ausbessern von vielen Schuluniformen vor.

All diese Massnahmen tragen dazu bei, dass der bisherige, gut funktionierende Kreislauf in Msumarini und Umgebung Schritt für Schritt wieder in Gang gesetzt wird.
Damit können wir auch neue Arbeitsplätze schaffen, da wir immer viele Anfragen von Arbeitssuchenden haben und die einzigen vor Ort sind, die Menschen zu fairen und sozialen Bedingungen beschäftigen.


Unsere einzelnen Projekte sind so aufgebaut, dass sie sich nach einer stabilen Investition und einem strukturierten Aufbau selbst finanzieren. Das ist eine Grundvoraussetzung, damit sich das gesamte Projekt nachhaltig und selbstständig entwickelt. Wir sind sehr zuversichtlich, das sich trotz der weltweiten schweren Krise diese Projekte wieder selber tragen können.

Bitte beachten Sie die aktuellen Reise und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für Kenya

 

 

VISAGEBÜHREN

Aufgrund der Corona-Krise kann man nur noch mit dem Elektronischen Visa in Kenia einreisen.

 

EINREISEFORMULARE

Für die Einreise werden folgende Formulare benötigt:

 

- Visaformular grosses weisses Blatt Form 22

   http://www.kenya.de/pics/visa_form_int.jpg

 

- Einreisekarte blaues/gelbes kleines Format Form 47

 

- Zollerklärung Form F88

  https://www.kra.go.ke/images/Customs/Passenger-Declaration-Form-F88--Amended-25042018.pdf

 

 

 

PLASTIKTÜTEN-VERBOT

Seit 2019 hat die kenianische Regierung ein totales Verbot für Plastiktüten erlassen.

Plastiktüten dürfen daher auch nicht mehr ins Land eingeführt werden.

 

Ebola

Der Ausbruch von Ebola konzentriert sich auf die Länder Sierra Leone, Guinea und Liberia.

Seit Mitte August 2014 hat Kenya Airways sämtliche Flüge in diese Länder eingestellt.

Einreisende wurden bisher auf den internationalen Flughäfen Kenias immer auf Ebola *untersucht*.

Sie wurden von einem Gesundheitsofficer mit einem Scanner gecheckt und ein spezielles Formular über Krankheitssymptome musste ausgefüllt werden. Seit November 2015 ist das nicht mehr nötig.

 

 

Alkoholverbot

Im Jahr 2010 hat die kenianische Regierung ein Gesetz zum Ausschank von alkoholischen Getränken erlassen

Es wurde darin festgelegt, das Alkohol nur in der Zeit von 17-23 Uhr ausgeschenkt und konsumiert werden darf. Bei Missachtung des Gesetzes hat der Konsument eine hohe Strafe zu bezahlen und auch der Besitzer des Restaurants etc. wird erheblich belangt.

Das Gesetz wurde zwar in der Weihnachtszeit vorübergehend ausser Kraft gesetzt, jedoch ist es seit Januar 2011 wieder aktuell. Es ist meist von der Willkür der Ordnungsbeamten abhängig.

 

Essen in Kenia

Hühnerfleisch ist in Kenia ein günstige Alternative zu Ziegenfleisch oder dem teueren Rindfleisch.

Es wird in vielen Restaurants in verschiedenen Variationen angeboten...mal gekocht, gegrillt, als Curry oder einfach nur gebraten.

Huhn heisst auf Swahili: Kuku. Mann kann Kuku nuzu, also ein halbes Huhn, als Quarter oder gleich im ganzen bestellen.

 

Ugali ist der traditionelle Maisbrei, der meist mit Bohnen, Gemüse, Huhn oder Fisch gegessen wird.

Er ist stichfest und wird mit den Fingern etwas geknetet, bevor man ihn in die jeweiligen Beigaben taucht und dann isst.

 

Fisch wird meist gegrillt oder gekocht angeboten. Ab und an trifft man auch Fischer am Strand, die ihren *Catch of the day* anbieten. Oktopuss ist auch sehr beliebt, getrocknete Sardinenfische oder Trockenfisch ergänzen das oft einfache Mahl.

 

Obst und Gemüse erhält man überall an den kleinen StrassenVerkaufständen.

Bitte das Obst und Gemüse immer geschält verzehren.

 

Wasser bitte immer im abgekochten Zustand anwenden. Beim Kauf von abgepackten Wasser auf die verschlossene Original-Versiegelung achten.

 

Um Magen/Darmverstimmungen zu vermeiden, sollte man alles frittierte Speisen sowie kalte Getränke meiden.

Bei länger anhaltendem Unwohlsein bitte immer einen Arzt aufsuchen.

 

In den Abendstunden helfen hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel gegen Moskitos und andere Insekten.

 

Impfungen in Kenia

 

http://www.tropenmedizin.de/vorsorge.htm

 

Kenianische Regierung

Im August 2017 wurde Uhuru Kenyatta erneut zum Präsidenten von Kenya mit 54,3% der Stimmen gewählt.

Seine Wahl wurde von der Opposition unter Raila Odinga wegen Wahlbetruges angefochten und im November 2017 nochmals wiederholt. Er wurde in seinem Amt bestätigt.

Uhuru Kenyatta ist der Sohn des 1. Staatspräsidenten Jomo Kenyattas und zählt zu den reichsten Familien des Landes. Er und seine Minister entziehen sich immer wieder den Vorladungen vor dem Gerichtshof in Den Haag, wo sie sich wegen Verletzung der Menschenrechte verantworten müssen.

 

 

Memorials/Beerdigungen

Beerdigungen und Memorials haben in Kenia einen hohen Stellenwert.

Die Memorials finden in der Regel ca. 1/2 Jahr bis 1 Jahr später nach dem Tod eines Familienangehörigen statt.

Die Feierlichkeiten dazu dauern 3-5 Tage und werden mit viel Musik, Tanz, Essen und Trinken begangen.

Diese Anlässe sind auch immer sehr gut besucht, da den Gästen von nah und fern, ob verwandt, bekannt oder nicht bekannt, das traditionelle Reisgericht Pilau als Willkommensgeschenk offeriert wird.

Bis zu 2000 Personen wurden dort schon gezählt.