MSUMARINI/KENYA AKTUELL

Hier einige Informationen zur aktuellen Lage in Msumarini/Kenya:

 

Schon die Corona Krise hat uns viel Organisationstalent, Eigeninitiative, Zuversicht aber auch viel Nerven und eine grosse finanzielle Unterstützung von unserem Verein MoyoWangu Kenya e.V.  abverlangt.

 

Auch wenn wir die Menschen mit Saatgut, eigener Feldbewirtschaftung und Selbstversorgung sowie mit unseren  Lebensmittelvorräten helfen konnten, spüren wir nun auch in Msumarini die Auswirkungen und die Sanktionen des Krieges in der Ukraine.

 

Die Ukraine ist auch für Kenia einer der bedeutendsten Getreide Exporteure weltweit. Auch Produkte wie Sonnenblumenöl und Dünger werden von dort geliefert.

 

Der eigene Getreideanbau in Kenia  wird von Jahr zu Jahr immer kritischer und ist nicht mehr ertragreich.

 

Man spürt auch immer mehr die Auswirkungen des Klimawandels.

 

Die sonst üblichen Regenzeiten sind fast überall ausgeblieben und eine Feldbewirtschaftung mit 2 Ernten pro Jahr ist dadurch schon seit Jahren nicht mehr möglich.

 

Langanhaltende Dürrezeiten trocknen die Böden rigoros aus, denn vielerorts sind keine Brunnen bzw. Wasser zur Bewässerung vorhanden

 

Für viele kleinbäuerlichen Familien, die sich so selbst versorgen und über Wasser halten, heißt das um so mehr, dass sie keine Ernte und damit nicht genug zu essen haben. Auch die Nutztiere verhungern an Mangel von Gras, Heu und  Wasser.

 


 

Seit letzten November erleben wir in Kenia überall drastische Preissteigerungen.

 

So kostet 1 kg Ugali (Maismehl) oder 1 Liter Speiseöl über das Doppelte. Frisches Gemüse und Obst können sich viele nicht mehr leisten, Fleisch und Fisch ist für viele unbezahlbar geworden. 

 


 

Gründe dafür sind nicht nur die Folgen des Kriegs in der Ukraine, sondern auch die hohe Staatsverschuldung.

 

Der bisherige Präsident Kenyatta hinterlässt einen total überschuldeten Staat. 

 

Das macht sich in Steuererhöhungen und neuen Gesetzesvorgaben der Regierung bemerkbar, die immer wieder  nach neuen Einnahmequellen sucht. Zudem gelang es Kenyatta auch nicht, die weit verbreitete Korruption in den Griff zu bekommen.

 


 

William Ruto, der ehemalige Vizepräsident Kenias, wurde nun letzte Woche zum neuen Staatspräsident Kenias gewählt.

 

Er versprach neben Hilfe für die Ärmsten unter anderem Mindestpreise für landwirtschaftliche Produkte, Subventionen für Düngemittel sowie Unterstützung für die Gründung von Kleinstunternehmen.

 


 

Sein Gegenspieler Raila Odinga wird die Wahl wohl anfechten. Das lässt die Angst vor Unruhen, Ausschreitungen und Gewaltübergriffe wachsen. In den Slums von Nairobi kam es schon zu massiven Übergriffen.

 

 

Unser Selbsthilfeprojekt Msumarini wird auch unter all diesen Umständen weiterhin die Menschen in Msumarini  unterstützen. Mit unseren verschiedenen Projekten leben wir täglich unseren Leitsatz, dass nur die Hilfe zur Selbsthilfe ein wirksames Mittel gegen Hunger, Armut und Hoffnungslosigkeit ist.

 

So stehen Selbstversorgung und Eigenständigkeit der Menschen für uns immer im Vordergrund.

 

Mit unseren beiden Brunnen sorgen wir für sauberes Trinkwasser im Dorf.

 

Unsere Mitarbeiter und Schulkinder erhalten täglich 2 Mahlzeiten von uns, da es sich mit einem leeren Magen schlecht arbeiten bzw. lernen lässt.

 

Mais ist ja das Hauptnahrungsmittel in Kenia. Meist wird er ohne Wechselfolge auf gleichem Grund und Boden unter Einsatz von Gentechnik, Kunstdünger und Pestiziden angebaut.

 

Deshalb werden wir bei der Feldbewirtschaftung uns bewusst auf die Permakultur konzentrieren und sie den

 

Begebenheiten vorort anpassen.
In unserem Agrarprojekt wird nun der Anbau von Amaranth (reichhaltiges Pseudogetreide) und Kartoffeln getestet.
Für die Dorfbevölkerung sind weitere Workshops zum eigenen Anbau von Gemüse und Obst geplant. Sie sollen der Selbstversorgung sowie der Eigenvermarktung dienen und damit neue Lebensgrundlagen schaffen.
Die biologische Landwirtschaft mit Permakultur sowie Aufforstung ist auch für Kenia/Afrika ein Lösungsansatz aus der gesamten Ernährungskrise.
♥♥ Wir wirken und helfen dort weiter ♥♥

 

Bitte beachten Sie die aktuellen Reise und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für Kenya

 

 

VISAGEBÜHREN

Aufgrund der Corona-Krise kann man nur noch mit dem Elektronischen Visa in Kenia einreisen.

 

EINREISEFORMULARE

Für die Einreise werden folgende Formulare benötigt:

 

- Visaformular grosses weisses Blatt Form 22

   http://www.kenya.de/pics/visa_form_int.jpg

 

- Einreisekarte blaues/gelbes kleines Format Form 47

 

- Zollerklärung Form F88

  https://www.kra.go.ke/images/Customs/Passenger-Declaration-Form-F88--Amended-25042018.pdf

 

 

 

PLASTIKTÜTEN-VERBOT

Seit 2019 hat die kenianische Regierung ein totales Verbot für Plastiktüten erlassen.

Plastiktüten dürfen daher auch nicht mehr ins Land eingeführt werden.

 

Ebola

Der Ausbruch von Ebola konzentriert sich auf die Länder Sierra Leone, Guinea und Liberia.

Seit Mitte August 2014 hat Kenya Airways sämtliche Flüge in diese Länder eingestellt.

Einreisende wurden bisher auf den internationalen Flughäfen Kenias immer auf Ebola *untersucht*.

Sie wurden von einem Gesundheitsofficer mit einem Scanner gecheckt und ein spezielles Formular über Krankheitssymptome musste ausgefüllt werden. Seit November 2015 ist das nicht mehr nötig.

 

 

Alkoholverbot

Im Jahr 2010 hat die kenianische Regierung ein Gesetz zum Ausschank von alkoholischen Getränken erlassen

Es wurde darin festgelegt, das Alkohol nur in der Zeit von 17-23 Uhr ausgeschenkt und konsumiert werden darf. Bei Missachtung des Gesetzes hat der Konsument eine hohe Strafe zu bezahlen und auch der Besitzer des Restaurants etc. wird erheblich belangt.

Das Gesetz wurde zwar in der Weihnachtszeit vorübergehend ausser Kraft gesetzt, jedoch ist es seit Januar 2011 wieder aktuell. Es ist meist von der Willkür der Ordnungsbeamten abhängig.

 

Essen in Kenia

Hühnerfleisch ist in Kenia ein günstige Alternative zu Ziegenfleisch oder dem teueren Rindfleisch.

Es wird in vielen Restaurants in verschiedenen Variationen angeboten...mal gekocht, gegrillt, als Curry oder einfach nur gebraten.

Huhn heisst auf Swahili: Kuku. Mann kann Kuku nuzu, also ein halbes Huhn, als Quarter oder gleich im ganzen bestellen.

 

Ugali ist der traditionelle Maisbrei, der meist mit Bohnen, Gemüse, Huhn oder Fisch gegessen wird.

Er ist stichfest und wird mit den Fingern etwas geknetet, bevor man ihn in die jeweiligen Beigaben taucht und dann isst.

 

Fisch wird meist gegrillt oder gekocht angeboten. Ab und an trifft man auch Fischer am Strand, die ihren *Catch of the day* anbieten. Oktopuss ist auch sehr beliebt, getrocknete Sardinenfische oder Trockenfisch ergänzen das oft einfache Mahl.

 

Obst und Gemüse erhält man überall an den kleinen StrassenVerkaufständen.

Bitte das Obst und Gemüse immer geschält verzehren.

 

Wasser bitte immer im abgekochten Zustand anwenden. Beim Kauf von abgepackten Wasser auf die verschlossene Original-Versiegelung achten.

 

Um Magen/Darmverstimmungen zu vermeiden, sollte man alles frittierte Speisen sowie kalte Getränke meiden.

Bei länger anhaltendem Unwohlsein bitte immer einen Arzt aufsuchen.

 

In den Abendstunden helfen hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel gegen Moskitos und andere Insekten.

 

Impfungen in Kenia

 

http://www.tropenmedizin.de/vorsorge.htm

 

Kenianische Regierung

Im August 2017 wurde Uhuru Kenyatta erneut zum Präsidenten von Kenya mit 54,3% der Stimmen gewählt.

Seine Wahl wurde von der Opposition unter Raila Odinga wegen Wahlbetruges angefochten und im November 2017 nochmals wiederholt. Er wurde in seinem Amt bestätigt.

Uhuru Kenyatta ist der Sohn des 1. Staatspräsidenten Jomo Kenyattas und zählt zu den reichsten Familien des Landes. Er und seine Minister entziehen sich immer wieder den Vorladungen vor dem Gerichtshof in Den Haag, wo sie sich wegen Verletzung der Menschenrechte verantworten müssen.

 

 

Memorials/Beerdigungen

Beerdigungen und Memorials haben in Kenia einen hohen Stellenwert.

Die Memorials finden in der Regel ca. 1/2 Jahr bis 1 Jahr später nach dem Tod eines Familienangehörigen statt.

Die Feierlichkeiten dazu dauern 3-5 Tage und werden mit viel Musik, Tanz, Essen und Trinken begangen.

Diese Anlässe sind auch immer sehr gut besucht, da den Gästen von nah und fern, ob verwandt, bekannt oder nicht bekannt, das traditionelle Reisgericht Pilau als Willkommensgeschenk offeriert wird.

Bis zu 2000 Personen wurden dort schon gezählt.